Innere Verortung
1.
Das Fundament der inneren Verortung
Worum es hier wirklich geht
Innere Verortung ist keine Methode.
Sie ist keine Technik.
Sie ist keine Form von Emotionsarbeit.
Innere Verortung bezeichnet einen existentiellen und zugleich klinischen Vorgang:
die Rückbindung des erwachsenen Menschen an jenen prä-emotionalen Ursprung,
an dem das Nervensystem den Kontakt zu sich selbst verloren hat.
Nicht, um etwas zu verändern.
Nicht, um etwas zu lösen.
Sondern um dort zu bleiben, wo Bleiben einst nicht möglich war.
Der prä-emotionale Raum
Der prä-emotionale Raum ist kein Konzept.
Sondern ein Seinszustand, der erst retrospektiv erfahrbar wird.
Er entsteht dort,
wo das Nervensystem im Moment
eines erlebten Übermaßes
keine tragfähige Antwort erhält.
An diesem Nullpunkt kommt es zu einem Abbruch:
Der Autonomie
→ prä-emotionale Ohnmacht
oder
Der Bedeutung / Bezogenheit
→ prä-emotionale Leere
Beide Zustände sind keine Gefühle.
Ohnmacht bedeutet nicht:
„Ich fühle mich ohnmächtig und hilflos.“
Ohnmacht ist eine Unterbrechung der Selbstregulation und bedeutet:
Nichts trägt.
Leere bedeutet nicht:
„Ich fühle mich leer.“
Leere ist ein Kollabieren innerer Selbstbedeutung und sagt aus:
Ich bin nicht gemeint. Ich zähle nicht.
Diese Differenzierung ist:
Das Fundament der inneren Verortung.
Sie berücksichtigt die prä-emotionale und neuro-physiologische Grundlage des Erlebens.
Warum Verstehen den Ursprung nicht berührt
Gedanken-, Emotions- und Verhaltensarbeit setzen oberhalb dieses Nullpunkts an.
Sie können ordnen, regulieren und stabilisieren.
Sie können den Ursprung jedoch nicht berühren,
wenn der Organismus prä-emotional in Ohnmacht
oder im Verlust von Selbstbezug lebt.
Ein Nervensystem, das nie getragen wurde,
kann nicht durch Einsicht lernen, sich zu tragen.
Und:
Ein Organismus,
dessen innere Bedeutung kollabiert ist,
kann sich nicht durch neue Überzeugungen bedeutsam fühlen.
Hier greift keine Top-Down-Korrektur.
Weil das Problem nicht im Verstehen,
sondern im Abbruch des Selbstkontakts liegt.
Das Nervensystem konnte an diesem Punkt nicht integrieren.
Es konnte nur unterbrechen.
Der Seinsabbruch
Der prä-emotionale Abbruch ist keine Pathologie.
Er ist eine biologisch notwendige Reaktion,
wenn im Moment des erlebten Übermaßes keine Antwort tragen konnte.
Dieser Abbruch bildet die Grundlage für:
Schutzlogiken
(Kontrolle, Rückzug, Anpassung)
Chronische Aktivierung
bei gleichzeitiger Abspaltung.
Reinszenierungen
im Kontakt.
Die dauerhafte Suche
nach Sicherheit im Außen.
Nicht das Ereignis wirkt fort.
Sondern die fehlende Rückkehr an den Ursprung.
2.
Die Kunst des Bleibens
Das Bleiben
Bleiben ist kein Aushalten.
Bleiben ist keine Willensleistung.
Bleiben bedeutet,
der automatischen Wegbewegung:
Kontrolle.
Rückzug.
Anpassung.
Denken.
Überpräsenz.
Unsichtbarwerden.
Nicht mehr nachzugehen.
Denn:
Die Wegbewegungen sind der unbewusste Versuch,
dem prä-emotionalen Raum auszuweichen.
Innere Verortung kehrt diese Bewegung um.
Der Erwachsene übernimmt die Funktion,
die im ursprünglichen Moment fehlte:
durch neuro-physiologische Präsenz am Nullpunkt.
Die erwachsene Präsenz integriert, was das Kind nicht konnte.
Was Verortung bedeutet
Innere Verortung ist der Prozess,
in dem ein erwachsener Mensch mit Präsenz
die Schwelle betritt,
die zuvor ins Verlassen oder Ausagieren führte –
und dort bleibt.
Die innere Verortung ist:
Die Haltgebung des Schwellenmoments durch Präsenz.
Nicht durch Konfrontation.
Nicht durch Regulationstechniken.
Nicht durch Verstehen.
Sondern durch:
Nicht-Abwendung.
Nicht das Gefühl wird gehalten.
Nicht die Geschichte.
Nicht das Symptom.
Der Schwellenmoment
der Aktivierung wird gehalten.
Dadurch entsteht eine
strukturverändernde Rückbindung
an den prä-emotionalen Ursprung.
Die prä-emotionale Urfrage
Am Ursprung steht keine psychologische Frage.
Das Nervensystem fragt nicht:
„Bin ich gut genug?“
„Werde ich geliebt?“
„Kann ich das schaffen?“
Diese Fragen sind sekundär.
Sondern die eigentliche, prä-emotionale Urfrage,
die hinter jeder Frage steht – lautet:
Bin ich sicher?
Haltfrage der Ohnmacht.
Bin ich gehalten?
Haltfrage der Leere.
Solange diese Grundprüfung unbeantwortet bleibt,
bleibt das System im permanenten Außenscan.
Überprüfe selbst –
immer dann, wenn der Körper in Aktivierung,
Zweifel oder Abschaltung gerät.
Die Antwort der inneren Verortung
Die Antwort ist keine Technik.
Sie ist eine Haltung.
Sie lautet:
„Ich bin jetzt da.“
Haltantwort der Leere.
„Du bist sicher.“
Haltantwort der Ohnmacht.
„Ich verlasse mich nicht mehr.“
„Ich bleibe.“
Haltgebung durch Präsenz.
Diese Sätze sind keine Affirmationen.
Sie werden nicht gesagt, um zu beruhigen.
Sie werden verkörpert,
indem der Erwachsene nicht mehr weggeht.
Dieses Bleiben ist keine nette Idee.
Es ist eine radikale Entscheidung.
Denn der Verlust von Selbstkontakt
bestand darin,
dass Bleiben nie gut ausgegangen ist.
Der inneren Verortung folgen typenspezifische Schlüssel:
Der Autonomieschlüssel
„Ich bleibe – handlungsfähig, ohne wegzugehen.“
Der Bindungsschlüssel
„Ich bleibe – existent, ohne Funktion.“
Heilungsimpulse auf der Projektionsebene der Reinszenierung:
Die Autonomiestruktur
„Ich kann bei mir bleiben –
und gleichzeitig in Verbindung.“
Die Bindungsstruktur
„Der andere trägt seine eigene Verantwortung und Stärke –
sie liegt nicht bei mir.“
„Ich kann bei mir bleiben – nichts passiert.“
Bei-sich-Sein ist die Voraussetzung für Nähe – nicht ihr Ergebnis.
Was sich dadurch strukturell verändert
Innere Verortung verändert keine Inhalte.
Sie verändert die prä-emotionale Grundannahme des Nervensystems.
Vorher:
„Das ist nicht haltbar.“
Nachher:
„Ich kann hier bleiben.“
Diese Veränderung ist:
Nicht emotional.
Nicht kognitiv.
Nicht suggestiv.
Sondern neuro-physiologisch und strukturell.
Das ist die natürliche Ordnung
im Nervensystem.
Regulation wird zum Nebenprodukt.
Präsenz ist die Ursache.
3.
Die 1:1 Begleitung
Präsenzarbeit am Ursprung
Der Übergang, in dem Schutz endet
und Halt entsteht.
Diese Arbeit setzt dort an,
wo sich Selbstverlassenheit heute subtil vollzieht:
in jenen Schwellenmomenten,
in denen das Nervensystem automatisch reagiert –
ohne dass es bemerkt wird.
Das System kennt meist nur Selbstverlassenheit.
Ein innerer Referenzpunkt
für Bei-sich-Bleiben wurde nie angelegt.
Innere Verortung setzt diesen Referenzpunkt:
Genau dort, wo Selbstverlassenheit aktuell wirksam wird.
Denn Bleiben und Ankommen
passiert nicht dort, wo es sicher ist.
Sondern am Schwellenmoment,
wo das System weg will.
Prozessstrukur:
1. Aufdeckung des Schwellemoments
Die Reinszenierung beginnt nicht im Konflikt.
Nicht im Verhalten.
Nicht im Affekt.
Sie beginnt einen Schritt davor.
Am prä-emotionalen Abbruch,
in dem das Nervensystem unmerklich entscheidet:
wegzugehen.
Nicht bewusst.
Aber wirksam.
Kontrolle, Rückzug, Anpassung
Das sind keine Charaktereigenschaften,
sondern Schutzimpulse der Wegbewegung.
Der entscheidende Moment
ist daher nicht die Aktivierung.
Die Aktivierung ist kein Problem.
Der entscheidende Moment ist:
der Impuls der Abwendung.
Prozessstrukur:
2. Der Moment des Nicht-Mehr-Gehens
Entscheidend ist:
Die Verankerung am prä-emotionalen Abbruch durch Nicht-Abwendung.
In der 1:1-Begleitung wird dieser Moment sichtbar gehalten.
Aktivierung
Physiologische Erregung, Unsicherheit, innere Spannung.
Von:
Selbstverlassenheit
Abwendung vom eigenen Erleben im Schwellenmoment.
Bewegung, die verdeckt wird:
„Hier gehe ich – ohne zu wissen, das ich gehe.“
Zu:
Präsenz am Schwellenmoment
Der Erwachsene bleibt dort anwesend,
wo das System sich bislang reflexhaft verlassen hat.
Referenz, die sich festigt:
„Impuls, du willst schützen. Aber ich kann bleiben.“
Nicht intervenierend.
Nicht erklärend.
Nicht steuernd.
Sondern um nicht mehr zu gehen.
Bleiben ist keine Methode.
Es ist der Abbruch jeder Strategie.
Und damit das Ende der Reinszenierung.
Bleiben beendet Flucht.
Auch vor dir selbst.
Prozessstrukur:
3. Reorganisation durch Erfahrung
Die prä-emotionale Schwelle benötigt keine Regulation.
Sondern eine erwachsene Präsenz,
die sich nicht mehr verlässt.
Dadurch erhält das Nervensystem erstmals eine tragfähige Antwort
an dem Punkt, an dem diese Antwort ursprünglich fehlte.
Präsenz integriert Sein –
genau dort, wo es abbrach.
Die bisherige implizite Codierung lautete:
Keine Antwort
→ Unsicherheit → Überleben.
Durch wiederholte Erfahrung
von Präsenz am Schwellenmoment
entsteht eine neue Codierung:
Antwort (Präsenz)
→ Sicherheit → Selbstregulation.
Nicht durch Wiederholung als Technik,
sondern durch jedes erneute Bleiben.
Das Nervensystem erfährt,
dass Bleiben möglich ist,
ohne Überforderung.
Das Ergebnis natürlicher Ordnung:
Innere Haltbildung am Ursprung.
Stabile Selbstregulation.
Auflösung sekundärer Schutzmuster.
Bindungsfähigkeit aus Autonomie.
Emotionale Freiheit – ohne äußere Garantie.
Die Antwort ist nicht Sicherheit.
Die Antwort ist Anwesenheit.
4.
Ablauf, Rahmen und Investition
Die 1:1 Begleitung innerer Verortung
Rahmenbedingungen:
Präsenz- und Prozessarbeit
mit Julian Hartmann
Heilpraktiker für Psychotherapie
Arbeitsschwerpunkt:
Prä-emotionale Verortung
Begleitungsrahmen:
Paket: 5 Sitzungen.
Anwendung: Die innere Verortung.
Teilnehmer: Nur du mit mir.
Ort: Online. (Zoom/Meet)
Dauer: 75-90 Minuten pro Sitzung.
Investition:
Regulär: 690 € für 5 Sitzungen
Aktueller Einstieg: 540 €
(limitiert auf 5 Plätze pro Monat)
Wenn du bereit bist:
Ein ehrlicher Kontakt genügt.
Der erste Schritt ist ein unverbindliches Gespräch.
Verfügbarkeit der 1:1 Begleitung:
Aktuell verfügbar | Jan 2026
Innere Verortung erleben
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und ist keine Traumatherapie im klassischen Sinne.
um eine medizinische oder therapeutische Maßnahme, sondern um eine tiefenpsychologisch inspirierte Rückkehr zur inneren Präsenz und Selbstverantwortung – für Menschen, die bereit sind, sich selbst zu begegnen.
